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Pforzheimer Handball-Derby: Cleverer Favorit siegt vor Rekordkulisse


Rekordkulisse, Kampf bis zur letzten Sekunde, ein spannungsgeladenes Duell, bunte Choreografien der Anhänger in blau-gelb und rot-weiß: Das zweite Derby zwischen der SG Pforzheim/Eutingen und der TGS Pforzheim in der 3. Liga Süd bot fast alles, was ein Handballherz höher schlagen lässt.

2050 Zuschauer in der Bertha-Benz-Halle sorgten für die einen spektakulären Rahmen, in dem sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Am Ende aber zementierten die Turngesellen mit einem 25:22 (13:11)-Erfolg ihre Stellung als Platzhirsch. Das Hinspiel hatten sie 23:26 gewonnen.

Die Nummer eins der Stadt sind wir“, „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey“ und „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten die TGS-Anhänger. So süß das in den Ohren der eigenen Spieler klang, so bitter hallte es in den Ohren der SG-Handballer nach. Widersprechen wollte niemand. „Das war ein verdienter Sieg der TGS“, erkannte SG-Coach Alexander Lipps ohne Umschweife an.


Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal für die Rot-Weißen. Ohne drei Stammkräfte im Rückraum musste der Tabellenzweite die Partie beginnen. Der SG bot sich dadurch – so schien es – die große Chance, dem ungeliebten Lokalrivalen endlich einmal wieder ein Bein zu stellen. Doch die Partie zeigte, welche Qualität und vor allem welche Erfahrung im TGS-Kader steckt.

Am Ende war der Erfolg des Favoriten in erster Linie eine Frage von Erfahrung und Routine, ein Sieg der Cleverness gegen die Jugend. Die Knackpunkte der Partie:

Zeitstrafen und Überzahlspiel: Während SG-Spieler siebenmal vom Platz mussten, erwischte es nur die TGS-Akteure nur viermal. Viel gravierender aber war die Ausbeute aus dem Überzahlspiel. Während die TGS in den 14 Minuten mit einem Mann mehr auf dem Feld zu sensationellen 13:4 Toren kam, blieb die SG-Ausbeute in acht Minuten Überzahl mit 3:3 mehr als bescheiden. Hinzu kam: SG-Abwehrchef Ingo Catak kassierte bereits in der 9. Minute seine zweite Zeitstrafe, war kurz nach der Pause bereits mir Rot aus dem Spiel. Und auch Dominik Seganfreddo, dem an diesem Abend eine wichtige Rolle im Defensivverbund zufiel, musste vor der Pause schon zweimal auf die Strafbank. Seine zweite Zeitstrafe resultierte aus einem äußerst umstrittenen Wechselfehler. „Mit der Zeitstrafen-Auslegung der Unparteiischen war ich nicht zufrieden“, lautete die Kritik von SG-Coach Alexander Lipps.

Einfache Tore: Was bei der TGS klappte, funktionierte bei der SG überhaupt nicht: Der Tempogegenstoß, die erste und zweite Welle. „Da müssen wir fünf, sechs Tore mehr machen“, sagte SG-Spieler Marius Hufnagel. Sein Trainer pflichtete bei: „Das war der Knackpunkt“, bilanzierte Lipps. Tatsächlich schaltete der Tabellenzweite in beiden Richtungen cleverer und schneller um.

Taktik: Mit Valentin Hörer zauberten die Turngesellen für ihren gebeutelten Rückraum den Spielmacher der vergangenen Saison aus dem Hut. Über weite Strecken der Partie verantwortete aber Kreisläufer Davor Sruk den Spielaufbau. Die SG kontrollierte zwar den dezimierten TGS-Rückraum recht gut, dafür kam der Gegner immer wieder über den Kreis durch. Der TGS gelang es auch, Dominik Seganfreddo aus dem Spiel zu nehmen. Der hatte im Hinspiel noch zehnmal für die SG getroffen. „Der Trainer hat gesagt, dass er dieses Mal keinen Ball bekommen darf“, berichtete TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel nach der Partie. Der Plan ging fast zu 100 Prozent auf, Seganfreddo traf nur zweimal. Der einzige SG-Spieler, der den Turngesellen Probleme bereitete, war Rückraum-Hüne Goran Gorenac. Der traf vor der Pause sechsmal, dann stellte sich die TGS-Abwehr auf ihn ein.

Die Torhüter: Mile Matijevic im SG-Kasten hatte auch einige starke Momente, doch er wurde von seinem Gegenüber Daniel Sdunek klar ausgestochen. Und dann kam auch noch Jonathan Binder und fischte Seganfreddo beim Stande von 13:16 einen wichtigen Strafwurf weg.


Am Ende der Partie sangen einige TGS-Fans noch: „Wir steigen auf und ihr steigt ab.“ Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen lässt sich erst in ein paar Wochen überprüfen. Die Turngesellen kehrten dank der Niederlage von Balingen-Weilstetten II an die Tabellenspitze zurück, die schwere Fersenverletzung von Filip Prsa ist aber ein bitterer Rückschlag. „Es wird verdammt eng“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Taafel. Bei der SG macht man sich Mut. „Unsere wichtigen Spiele kommen erst in den nächsten Wochen“, sagte Rückraumspieler Manuel Mönch. Sein Trainer Alexander Lipps aber weiß: „Der Druck wächst.“

Video: SG Pforzheim - TGS Pforzheim

Bildergalerie: SG Pforzheim - TGS Pforzheim


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