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TGS verschenkt einen Punkt im Topspiel

Mit dem Schlusspfiff zum 30:30 Unentschieden traf der Waiblinger und Ex-TGSler Evgeni Prasolov zum Ausgleich und somit direkt ins Herz der TGS inklusiv ihrer zahlreich mitgereisten Fans. Ein Unentschieden, das schmerzhafter nicht hätte sein können, denn in der 50. Minute sah bei einer 5-Tore Führung noch alles nach einem sicheren Sieg der Pforzheimer aus. Aber der Reihe nach:

Lukas Salzseeler (26) war insbesondere in der Defensive ein Aktivposten und machte eines seiner besten Spiele für seine TGS.


Zu Beginn des Spiels dominierten vor allem die starken Abwehrreihen beider Teams und so dauerte es vier Minuten bis der erste Treffer durch einen Strafwurf von Nicolas Herrmann fiel. Bis zum 3:3 über ein 5:4 konnte sich kein Team absetzen als aber Alexej Prasolov in der 14. Minute erstmals per Strafwurf auf 8:5 stellte, waren die Hausherren das erste mal auf drei Tore weg. Die in dieser Phase eingewechselten David Kautz (3mal) und Lukas Salzseeler sowie Lennart Cotic (2mal) drehten mit ihren Treffern das Spiel auf eine 10:12 Führung für die TGS. Ein weiterer Strafwurf durch Herrmann und ein "Cotic Hattrick" bescherten den Gästen aus der Goldstadt eine 13:16 Führung zur Halbzeit.

Kurz nach Wiederanpfiff verkürzten die starken Waiblinger schnell auf 15:16 doch das Aufbäumen der Hausherren verpuffte schnell am TGS Abwehrriegel hinter dem jetzt auch Philipp Gutknecht immer besser ins Spiel kam. Aufopferungsvoll und mental frischer verteidigte die TGS auch die Unterzahlsituation und baute die Führung in der 39. Minute durch einen Treffer auf das verwaiste Waiblinger Gehäuse erstmals auf 5 Tore und wenig später beim 17:23 auf 6 Tore aus. Waiblingen reagierte postwendend und nahm eine Auszeit die auch etwas Wirkung zeigte und so verkürzte Waiblingen in der 45. Minute auf 20:23.

"In dieser Phase war schon der erste Knackpunkt im Spiel. Statt die Führung auszubauen oder zu halten, rennen wir kopflos nach vorne schließen viel zu schnell ab, machen technische Fehler oder werfen irgendwelche Bälle zum Kreis. Mit diesen Aktionen lassen wir den Gegner am Leben, bauen ihn unnötig auf und machen uns selbst Probleme", so Cheftrainer Florian Taafel.


Auf diese Phase folgte ein hartes Einsteigen gegen Lennart Cotic, welches nicht mal mit einer Strafzeit belegt wurde und daraufhin ließ dann auch noch der bis dahin sichere Nicolas Herrmann den fälligen Strafwurf für die TGS aus. Unbeeindruckt konterte Ioannis Fraggis nach einer Parade von Gutknecht und stellte erneut auf eine 4-Tore Führung für die TGS, die Lennart Cotic beim 21:25 noch bestätigte. Doch das Spiel hatte inzwischen eine gewisse Hektik aufgenommen zur der die zwei bis dahin sehr gut leitenden Unparteiischen einen nicht erheblichen Teil leisteten. Auf eine klare Zeitstrafe für Lukas Salzseeler wegen Fußspiel folgte eine gelbe Karte gegen die TGS Bank und sofort darauf eine Zeitstrafe. Kurz zuvor hatte schon Alexander Kubitschek eine Zeitsrafe wegen Reklamierens erhalten.

"Die Zeitstrafe gegen Salzi war völlig klar und die habe ich auch nicht beanstandet, aber die Aktion davor gegen Lennart ist für mich die klarste Zeitstrafe im Spiel. Nach der gelben Karte habe ich impulsiv mit meinem eigenen Spieler gesprochen und der Schiedsrichter hat gemeint ich meine ihn. Da muss ich vielleicht anders agieren und das nehme ich auf meine Kappe", so Taafel selbstkritisch.

Doch auch durch diese hektischen Entscheidungen und das mangelnde Fingerspitzengefühl verteidigten die Rotweissen, angeführt vom 12-fachen Torschützen Lennart Cotic, bis zur 56. Minute eine 3- Tore Führung. Waiblingen hatte inzwischen auf 7. Feldspieler umgestellt und bei der TGS machte sich Chaos breit.

"Wir bekommen in dieser Phase die Gegentore viel zu schnell und schaffen es in den letzten 7-8 Minuten überhaupt nicht einen Angriff zu verteidigen und einen Ballgewinn zu erzielen, das erhöht den Druck, dass wir vorne treffen müssen", so Taafel.


Doch vorne kamen die TGSler gar nicht mehr in Abschluss-Situationen. Durch extrem früh angezeigtes passives Spiel verhedderten sich die Pforzheimer kopflos in technische Fehler und Waiblingen verkürzte in der 58. Minute auf 29:30.


"Wir haben es überhaupt nicht geschafft die Räume zu nutzen. Keine Bewegung ohne Ball und kein Mut zum Abschluss. Wir waren überhaupt nicht mehr aufnahmefähig", so Taafel.


Auch im vermeintlich letzten Angriff verloren die Pforzheimer den Ball und der darauffolgene Angriff konnte nur auf Kosten eines Strafwurfs inklusive einer Zeitstrafe gegen Cotic gestoppt werden. Alexej Prasolov scheiterte aber am Pfosten um beim Stand von 29:30 und einer Auszeit 14 Sekunden vor Ende schien der Sieg für die TGS endgültig sicher. Doch was dann passierte war unerklärlich. Bei nur noch 14 Sekunden Spielzeit hoben die beiden Unparteiischen nach gerade einmal 7 Sekunden den Arm zum passiven Spiel und pfiffen dann in einen Pass von Roy James zum Richtung Tor startenden Raphael Blum gegen die TGS. Der Ball rollte in das hinterste Eck der Halle und die Schiedsrichter stoppten sogar noch die Uhr. Das bedeutete 5 Sekunden, Ballbesitz Waiblingen an der Mittellinie, Unterzahl TGS und Evgeni Prasolov stellte mit der Schlusssirene auf Unentschieden. "Was da am Ende passierte, versteht kein Mensch. Wir bekommen nach ein paar Sekunden passives Spiel obwohl wir gerade erst in Ballbesitz gekommen sind. Wir spielen den Ball auch nicht auffällig weit nach hinten oder rennen in die eigene Hälfte, zumal gegen eine an der Mittellinie in Manndeckung agierende Abwehr der Waiblinger ein Soiel nach vorne nur bedingt möglich ist.

"Es gab weder einen Grund dafür so schnell den Arm zu heben und dann auch noch nach gefühlt 3 Pässen sofort dagegen zu pfeiffen. Aber dass dann noch die Zeit gestoppt wird ist völlig unverständlich. Das war ein Zeitspielpfiff das heißt der Torhüter hätte den Ball holen müssen bei weiter laufender Spielzeit, dann wären vielleicht noch maximal 2 bis 3 Sekunden geblieben, um aus der Waiblinger Hälfte zu kommen und ein guter Abschluss wäre fast unmöglich gewesen. Entweder sie unterstellen Roy James dass er den Ball mit Absicht wegwirft, unterbrechen das Spiel und entscheiden sogar auf Progression gegen Roy und auf Strafwurf Waiblingen oder sie lassen die Uhr eben laufen. Diese Variante wäre natürlich völliger Irsinn gewesen aber das hätte zumindest den Zeitstopp erklärt", so TGS Vorstand Wolfgang Taafel.

"Ich will das nicht kommentieren und muss mir alles in Ruhe auf Video anschauen. Wir hatten vor zwei Wochen gegen Plochingen schon unser Erlebnis. Egal was passiert wir haben da einfach keinen Einfluss und können es nicht ändern. Wir können nur selbst besser werden. Natürlich tut es mir für die Mannschaft leid, aber wir müssen einfach lernen solche Spiele trotzdem heimzubringen. Wir haben jetzt zwei mal auswärts bei einem Spitzenteam dominiert und verschenken den Sieg. Das fehlt uns zu einer richtig guten Mannschaft", so Trainer Florian Taafel. Es bleibt aber auch viel Positives. Neben den starken ersten 50. Minuten ist die TGS jetzt mit 10 Siegen und 2 Unentschieden auswärts bei Spitzenteams seit 12 Spielen ungeschlagen und voll im Meisterkampf.

Mit einem Sieg wären die TGSler sogar an die Tabellenspitze gestürmt. Nächste Woche wartet im Heimspiel der TV Großsachsen und somit ein alter Bekannter aus der 3. Liga. Die Bergsträßler lauern noch in der Verfolgergruppe zur Spitze und konnten mit einem Heimsieg gegen Bittenfeld ihre Qualität unterstreichen. Daher können sich die Pforzheimer Handballfans am kommenden Samstag auf ein überaus stimmungsvolles und sicherlich spannendes Handballspiel in der heimischen Bertha Benz Halle freuen.

Heimann, Gutknecht, Kautz (5), Fraggis (2), James (2), Havryliuk, Blum (2), Löffler, Kubitschek, Dykta, Salzseeler (3), Herrmann (4/3), Ksperzak, Cotic (12/1)

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